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Zuckerrübenkampagne startet mit gedämpften Erwartungen

Zuckerrübenkampagne startet mit gedämpften Erwartungen

Hohe Niederschläge und wenig Sonne kennzeichneten das Rübenjahr

Köln, 20.09.2021 – Am 20. September startet die diesjährige Zuckerrübenkampagne von Pfeifer & Langen im Werk Könnern (Sachsen-Anhalt) und bereits am 21. September auch in Lage (Ostwestfalen-Lippe). Im Rheinland beginnt die Verarbeitung der Rüben am 27. September in Jülich, gefolgt von Euskirchen und Appeldorn, wo die Kampagne am 4. Oktober losgeht. Die kommenden Monate dreht sich bei dem europäischen Zuckerhersteller wieder alles um die Produktion von Zucker aus der heimischen Rübe: Euskirchen und Appeldorn werden voraussichtlich bis zur Jahreswende produzieren, Jülich bis zur ersten Januardekade und die Standorte Lage sowie Könnern bis in die zweite Januarhälfte hinein.

Das Rübenjahr war von starken Niederschlägen und wenig Sonne geprägt. Bereits die Aussaat musste vielerorts wegen starkem Regen unterbrochen werden, so dass ein Großteil der Rüben früh in den Boden kam und ein zweiter Teil erst nach einer niederschlagsbedingten Pause. Der viele Regen und die kühlen Temperaturen führten zu Wachstumsverzögerungen, so dass sich die Rüben langsam entwickelten und der Reihenschluss in den deutschen Anbaugebieten von Pfeifer & Langen erst Mitte Juni erfolgte, etwa 10 Tage später als üblich. Der Sommer ging regnerisch und kühl weiter und im südlichen Rheinland sorgten enorme Niederschläge im Juli sogar für katastrophale Fluten. Die Rübe kann grundsätzlich gut mit viel Wasser umgehen, jedoch ist Staunässe im Boden auch für sie schädlich, da sie faulen kann. Auch die wenigen Sonnenstunden zeigten negative Wirkung. Bei viel Niederschlag wachsen zwar die Rübenerträge, aber wenig Sonnenlicht hemmt die Entwicklung des Zuckergehalts.

Quantität gut, Zuckergehalt niedrig

Insgesamt erwartet Pfeifer & Langen an seinen fünf deutschen Produktionsstandorten eine gut durchschnittliche Zuckerrübenernte mit niedrigen Zuckergehalten. In Regionen mit leichteren, sandigen, wasserdurchlässigen Böden, wie Euskirchen und Könnern, wird ein überdurchschnittlicher Rübenertrag erzielt. In den anderen Regionen mit schweren Bodenqualitäten wie in Appeldorn, Jülich und Lage wird der Ertrag eher durchschnittlich ausfallen, da zu viel Regen nicht hilfreich ist. Aufgrund der wenigen Sonnenstunden sind die Zuckergehalte allerorts niedriger als im 5-Jahresdurchschnitt.

Nach Dürrejahren kam das Hochwasser

Das Wasser, was in den Dürrejahren 2018 und 2019 dringend gebraucht worden wäre, kam in 2021 im Überfluss. Im südlichen Rheinland standen die Rüben auf Grund der vielen Niederschläge und des Hochwassers teils unter Wasser. Auch das Zuckerwerk in Euskirchen war von den Folgen der Flut betroffen und hatte große Schäden zu beklagen. Die Instandsetzungen verliefen auf Hochtouren und es gelang mit vereinten Kräften, zur Kampagne dennoch startklar zu sein. Jedoch bleibt die Rübenanlieferung herausfordernd, da die Straßen- und Infrastruktur rund um Euskirchen und Erfstadt von den Flutschäden stark beeinträchtigt ist. Auch im nördlichen Rheinland, Ostwestfalen-Lippe und Sachsen-Anhalt gab es ein hohes Niederschlagsaufkommen, aber zum Glück keine vergleichbaren Schäden. Ein positiver Nebeneffekt der kühl-feuchten Witterung ist das geringere Aufkommen von Blattläusen auf den Feldern.

Flächen für den Rübenanbau stabilisieren sich

In Könnern und im Rheinland hat Pfeifer & Langen zusammen mit den Rübenanbauerverbänden neue Verträge ausgearbeitet, die den Anbauerinnen und Anbauern mehr Flexibilität, eine leicht höhere Bezahlung und eine einfachere Abrechnung bieten. Damit wird es gelingen, den Rübenanbau zu stabilisieren. Zuvor hatten viele Landwirtschaft Betreibende den Rübenanbau in Frage gestellt, da vor allem die Wettbewerbsbedingungen in Europa herausfordernd waren, mit ungleichen Regularien bei Subventionen und Pflanzenschutzverordnungen. „Unser Ziel ist, wieder das Niveau von 2017 zu erreichen und alte Flächen zurückzugewinnen. Denn wir legen großen Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit und brauchen die heimische Rübe für regionalen Zucker,“ fasst Geschäftsleiter Dr. Hermann Schmitz die Situation zusammen. Neben dem klaren Bekenntnis des Zuckerherstellers für die Zuckerrübe braucht die Landwirtschaft vor allem auch einheitliche politische Rahmenbedingungen für den Rübenanbau in Europa. Die Notfallzulassung für die neonicotinoide Rübenbeize rund um die Anbaugebiete der Zuckerfabriken Appeldorn, Euskirchen und Jülich durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist im Mai ausgelaufen und wurde bereits vom Verband Wirtschaftliche Vereinigung Zucker neu beantragt. Ohne ausreichenden Pflanzenschutz und ohne Saatgutbeize im Speziellen drohen Ertragsverluste und Vergilbungskrankheiten, die im Jahr 2020 zu starken Pflanzenschädigungen und Ertragsdepressionen geführt haben. Auch jetzt werden sie bereits wieder sichtbar, wo die Notfallzulassung nicht erteilt wurde. Es werden verlässliche und funktionierende Produktionsbedingungen gebraucht, um den Rübenanbau im heimischen Landschaftsbild und den Fruchtfolgen zu halten. Versuche mit Blühstreifen im Zuckerrübenfeld schonen Nützlinge, jedoch kann der Erfolg bei der Bekämpfung der Lauspopulation nicht allein durch natürliche Gegenspieler gesichert werden. Zur alternativen Unkrautbekämpfung finden im Anbaugebiet von Pfeifer & Langen erste Versuche mit sensorgesteuerten Hackmaschinen und darüber hinaus auch mit vollautomatischen Robotern statt. Ziel ist vor allem, das Unkraut in der Reihe zu bekämpfen. Bis zur Serienreife der Roboterlösungen und zum flächendeckenden Einsatz wird es jedoch noch ein bisschen dauern.

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