Britta Schumacher
Leiterin Unternehmenskommunikation & Marketing Europa
Euskirchen, 20.07.2026 – Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Juli 2021 besuchte Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin sowie Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, die Zuckerfabrik von Pfeifer & Langen in Euskirchen. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die Lehren aus der Flut, der Wiederaufbau des Standorts sowie die Transformation hin zu einer klimaneutralen und zukunftssicheren Zuckerproduktion.
Aus der Krise gestärkt hervorgegangen
Vor fünf Jahren verwüstete die Flutkatastrophe den Standort Euskirchen. Die Erft durchströmte das gesamte Werksgelände und zerstörte große Teile der Produktionsanlagen und Infrastruktur. Der Wiederaufbau gelang dank des außergewöhnlichen Engagements der Mitarbeitenden, der Unterstützung zahlreicher Landwirtinnen und Landwirte, Fremdfirmen, sowie der staatlichen Hilfsprogramme in bemerkenswert kurzer Zeit. Heute steht das Werk beispielhaft dafür, wie Krisenresilienz, industrielle Transformation und eine konsequente Zukunftsausrichtung erfolgreich zusammenwirken können.
Beim Werksrundgang informierte sich Ministerin Neubaur über die seit der Flut umgesetzten Maßnahmen. Dazu gehören Investitionen in die Erneuerung und Modernisierung des Standorts, zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen Starkregen und Hochwasser, darunter ein eigener Schutzdamm, sowie die Weiterentwicklung des Werks im Hinblick auf Versorgungssicherheit und Klimaschutz. „Die Flut hat uns vor Augen geführt, wie verletzlich industrielle Infrastruktur gegenüber Extremwetterereignissen sein kann. Gleichzeitig hat sie gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Wir haben den Standort nicht nur wiederaufgebaut, sondern gezielt widerstandsfähiger gemacht. Heute sind wir besser aufgestellt und investieren konsequent in die Zukunft unseres Werks, insbesondere in die Energietransformation“, sagt Dirk Oswald, Standortleiter Produktion & Technik der Zuckerfabrik Euskirchen.
Energietransformation braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Neben dem Rückblick auf die Flut standen vor allem die zukünftigen Herausforderungen der Zuckerproduktion im Mittelpunkt des Austauschs. Pfeifer & Langen verfolgt das Ziel, die Zuckerproduktion bis spätestens 2040 an allen europäischen Standorten klimaneutral (Scope 1 und 2) zu gestalten. Am Standort Euskirchen werden bereits heute erneuerbare Energien eingesetzt. Weitere Projekte zur Elektrifizierung der Prozesse sowie zum Einsatz von Biogas sollen den Standort langfristig weiter defossilisieren. Voraussetzung dafür sind jedoch wettbewerbsfähige Strompreise, Investitionssicherheit und verlässliche energiepolitische Rahmenbedingungen, damit die Transformation der energieintensiven Industrie wirtschaftlich gelingen kann.
„Die Transformation der Zuckerproduktion ist eine der größten Aufgaben unserer Branche. Wir investieren konsequent in klimafreundliche Technologien und wollen fossile Energieträger Schritt für Schritt durch erneuerbare Energien ersetzen. Damit diese Transformation am Industriestandort Deutschland gelingt, brauchen energieintensive Unternehmen wettbewerbsfähige Strompreise, langfristige Planungssicherheit und politische Verlässlichkeit. Nur wenn Klimaschutz und wirtschaftliche Tragfähigkeit Hand in Hand gehen, können Unternehmen die notwendigen Investitionen in eine klimaneutrale Produktion leisten“, so Oswald.
Dialog über die Zukunft des Industriestandorts
Ministerin Mona Neubaur würdigte den erfolgreichen Wiederaufbau und die Zukunftsinvestitionen des Unternehmens: „Der Standort Euskirchen zeigt eindrucksvoll, wie Unternehmen nach einer schweren Krise neue Stärke entwickeln können. Wiederaufbau bedeutet mehr als die Beseitigung von Schäden. Er bietet die Chance, Produktion resilienter, klimafreundlicher und zukunftsfähiger aufzustellen. Für diese Transformation braucht es Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen. Wir dürfen hier nicht lockerlassen und müssen weiter entschlossen in Vorsorge und Hochwasserschutz investieren, um unsere Resilienz zu stärken - zum Schutz von Menschen, von Städten, der Wirtschaft und unserer Zukunft.“ Der Besuch unterstrich die Bedeutung des Dialogs zwischen Politik und Industrie. Fünf Jahre nach der Flut steht der Standort Euskirchen nicht nur für erfolgreichen Wiederaufbau, sondern auch für den Anspruch, industrielle Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und Klimaschutz gemeinsam weiterzuentwickeln.
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